Helen Heberer Mannheim SPD

Interview (Juni - 1999)

Wir stellen vor - Helen Heberer

Helen Heberer ist stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins Mannheim-Ost, Mitglied des geschäftsführenden Kreisvorstandes und Vorsitzende des Arbeitskreises sozialdemokratischer Frauen AsF. Während der Bundestagswahlen war sie die Wahlkampfleiterin von Lothar Mark.

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Helen, könntest du zunächst etwas zu deiner Person sagen.

hh
Ich bin vor 48 Jahren hier in Mannheim geboren. Aufgewachsen bin ich ganz in der Nähe des Nationaltheaters. Dort und in der Turnabteilung des "1846 er" habe ich in meiner Jugend den größten Teil meiner freien Zeit verbracht.

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Was hast du denn im Theater gemacht?

hh
Ich war beim Ballett und im Chor, mein Jugendtraum war natürlich Balletttänzerin zu werden, meine Eltern waren aber der Überzeugung, ich sollte zuerst einen "richtigen" Beruf lernen. So habe ich eine Lehre als Bürokauffrau gemacht, und danach das Europadiplom für Welthandelssprachen. Nach fünf Jahren Tätigkeit als Dolmetscherin und Übersetzerin habe ich berufsbegleitend ein Pädagogikstudium angeschlossen und war dann an der Mannheimer Waldorfschule Lehrerin für Sport und Kunst. Hierauf folgte ein Studium von Sprecherziehung und Schauspiel in Basel. Derzeit bin ich als Dozentin für Sprecherziehung und Theaterpädagogik tätig.

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Das ist ein weiter Bereich beruflicher Erfahrung, welche davon hältst du für ein Mitglied des Gemeindeparlaments für besonders wichtig?

hh
Ich habe es in allen Berufsfeldern irgendwie immer mit Sprache und Sprechen zu tun gehabt. Es mag jetzt sehr einfach klingen, aber ich halte das miteinander Sprechen für die Basis jeder politischen Arbeit. Ich bin der Meinung, dass viel zu wenig ergebnisorientiert und effektiv miteinader gesprochen wird. Oft wird auch vergessen, dass eine gute Sprechsituation nicht von selbst entsteht, sondern dass sie erst hergestellt und gut vorbereitet werden muß. Auch dass ich große Organisationsabläufe kenne und Bilanzen zu lesen gelernt habe, halte ich für nicht unwichtig für die Arbeit im Gemeinderat.

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Du hast in letzter Zeit in der Stadt verschiedeneVeranstaltungen zum Thema Bildung und Erziehung sowie zum Thema Europa moderiert. Sind das auch Themen, die du im Stadtrat bearbeiten willst?

hh
Ja, das sind zwei davon, ich denke im Bereich Schule/ Ausbildung gibt es für die Kommunalpolitik in Zukunft eine Menge zu tun. Von neuen gestalteteten Schulhöfen bis zu neuen Schulkonzepten. Genau so im Bereich der europäischen Perspektiven für unsere Stadt. Nicht nur die Verkehrslage Mannheims und ihre wirtschaftliche Tradition sprechen für eine noch intensivere Ausnützung unserer Möglichkeiten.

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Was sind, deine weiteren Schwerpunkte?

hh
Ich will mich für den Bereich der Kultur und der Kunst einsetzen. Dabei will ich nach meinen Möglichkeiten dazu beitragen , dass eine stärkere Vernetzung von Kultur (also Theater, Museen, oder auch einzelne Künstler ) mit den Vereinen und den Schulen und Ausbildungsstätten stattfindet. Ich denke hier ist noch einiges an gegenseitiger Unterstützung, Befruchtung und nicht zuletzt an größerer Wirtschaftlichkeit möglich. Ein Thema, das bei mir viele Bereiche durchzieht ist die Frauenpolitik. Hier liegt weiterhin manches im Argen. Ich denke nur an die nach wie vor dringend notwendige Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauenpolitik muss noch immer intensiv gemacht werden. Aber mit den Männern, nicht gegen sie.

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Kannst du zum Schluß kurz einige konkrete Ziele nennen, die du für den Mannheimer Osten angehen willst.

hh
In allen unseren Stadtteilen muß noch mehr dafür getan werden, daß sie kinder-und jugendfreundlicher werden. Dafür brauchen wir pädagogisch gestaltete Spielplätze (keine Eisenstangenarenen ) und Orte an denen sich Jugendliche treffen und ihrer freie Zeit sinnvoll gestalten können. Ebenfalls für alle unsere Stadtteile ist ein starker und vielfältiger Einzelhandel notwendig. Wenn wir ihn stärken, stärken wir nicht nur unsere wirtschaftliche sondern auch unsere soziale Struktur. Ich halte die Beibehaltung des Parkraumkonzeps zum Nutzen der Anwohner für unbedingt notwendig. Ebenso die Einrichtung einer Busspur im Bereich der Augustaanlage.

Das Provisorium "Busbahnhof" muß beendet werden. Hier will ich mich für ein neues Konzept einsetzten