Helen Heberer Mannheim SPD

Kultur

Das Mannheimer Kulturfenster

Einblick in die Szene geben

KULTURFENSTER: Neues Projekt im Mannheimer Stadthaus N 1
Von unserem Redaktionsmitglied Eva Quitt
Ein Pavillon im ersten Stock des Stadthauses in N 1 gibt ab sofort Einblicke in die Mannheimer Kulturszene. Das "Kulturfenster" wird von Zeit zu Zeit mit neuen Werken verschiedener lokaler Künstler bestückt. Als "Keimzelle für eine künftige Stadtgalerie" bezeichnet die Stadträtin Helen Heberer das Projekt, das sie mit der Künstlerin Uta Dorra organisiert hat. Derzeit sind hinter den Glasscheiben Bilder von Christiane Gall-Hieber zu sehen. Ihre landschaftliche Acryl- und Ölmalerei auf Leinwand vermittelt Sommerstimmung. Viele Blautöne, vermischt mit Türkis, beherrschen die Werke. Es gibt auch das Bild "Idole", für dessen Gestaltung Gall-Hieber Barbiepuppen verwendete und deren Abdrücke auf die Leinwand setzte - eine ironische Anspielung auf den gängigen Schönheitswahn. Die Landschaftsbilder zeigen verschiedene Farbfelder, die aneinander grenzen und den Anschein einer gewissen Unendlichkeit vermitteln. Dass dabei viele Formen rechteckig sind, verweist auf die von Menschen geschaffene Ordnung.Im Gegensatz zu Gall-Hiebers Werken stehen die dynamischen Arbeiten von Motz Tietze. Seine lackierten Papprohre, die mit ultramariner Farbe bespritzt wurden, sind symmetrisch angeordnet. Durch die dunkle Farbe sind die Formen und das Material schlecht zu fassen, wirken fast unnahbar. Ganz anders die polierten Messing- und Edelstahlrohre: Durch das Licht verändern sie sich ständig, zeigen verschiedene Formen und kommunizieren so mit dem Raum.Das Pflanzenarrangement von Jürgen Tekat, der Schilfgras in ein schmales, langes Gefäß steckte, erinnert wie die Bilder Gall-Hiebers an den Sommer. Auch deshalb, weil der Pavillon mit Sand ausgestreut ist. Etwa alle acht Wochen sollen die Werke im Kulturfenster ausgetauscht werden. Dabei gibt es in punkto Kunstrichtung keine Grenzen: "Es kann auch eine Theaterproduktion sein, die vorgestellt wird", sagte Heberer. Kontakt zu Verantwortlichen des Kulturfensters: Uta Dorra, Telefon: 0621/37 33 34.

© Mannheimer Morgen - 4. August 2001