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Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer wehrt sich gegen die geplante Auflösung der reibungslos funktionierenden Zusammenarbeit der Mannheimer Arbeitsgemeinschaft zwischen Sozialamt und Arbeitsagentur, wie dies derzeit der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorsieht.
„Hier in Mannheim wurden gut funktionierende neue Strukturen geschaffen, die Ar¬beitssuchende deutlich besser als bisher unterstützen können – eine solch gelun¬gene Reform wieder rückgängig machen zu wollen, ignoriert belegbare Erfolge und missachtet die Arbeit hoch engagierter und qualifizierter Mitarbeiter!“, so Heberer.
Mit dem Jobcenter wurde eine Behörde geschaffen, in der alle Fäden zusammenlaufen und durch die Langzeitarbeitslose und Geringverdiener in allen Fragen aus einer Hand betreut und beraten werden können.
Die Erfolge dieser neu geschaffenen Behörde sind in Baden-Württemberg vorbildhaft und haben spürbar dazu beigetragen, dass die Jugendarbeitslosigkeit massiv zurückgegangen ist und auch viele Langzeitarbeitslose wieder in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gekommen sind.
Heberer sieht keinen Grund, warum ein erfolgreich eingeschlagener Weg nun wieder verlassen werden soll, „wenn schon jetzt absehbar ist, dass am Ende die Arbeit in Mannheim weniger effektiv, bürokratischer und zum Schluss auch viel teurer wird“.
Zu diesem Thema führte Heberer bereits im Sommer Gespräche mit dem neuen Geschäftsführer der Mannheimer Arbeitsagentur Rolf Schuhmacher, bei welchen sie für eine enge Zusammenarbeit und Koordination zwischen Politik und Verwaltung plädierte. „Nur so besteht eine Chance, die für unsere Stadt so wichtige Zusammenarbeit fortzusetzen, so Heberer.
Arbeitsministerium stellt keine Verlängerung der Härtefallregelung in Aussicht
Die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer befürchtet, dass durch den Wegfall der Härtefallregelung, durch die Mannheim in den Jahren 2008 und 2009 ein erhöhte Zahlung aus dem Kontingent des Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten hatte, Förderungsprogramme für arbeitslose Menschen und marktbenachteiligte Jugendliche in Mannheim nicht in ihrer bisherigen Form weitergeführt werden können.
Heberer hatte in einem Schreiben an Arbeitsministerin Dr. Monika Stolz MdL um eine Ausdehnung der Härtefallregelung bis zum Jahr 2013 geworben, da damit die Weiterführung dieser Programme in ihrer bisherigen Form gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise gewährleistet wäre.
Die Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete hat den Mannheimer Studierenden, Schülerinnen und Schüler ihre volle Unterstützung und Solidarität für den anstehen¬den Bildungsstreik zugesichert.
Heberer machte klar, dass viele der Forderungen des Bildungsstreiks sich mit den Positionen der SPD-Landtagsfraktion decken.
So engagiert sich Heberer und ihre Fraktion seit Einführung der Studiengebühren für deren Abschaffung und kritisiert das eingeführte Bachelor-/Mastersystem in seiner jetzigen Form, auch für die verfasste Studierendenschaft hat sie sich von Anbeginn ihrer Landtagstätigkeit an eingesetzt.
Weitere lang anstehende Forderungen der SPD sind darüber hinaus die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und längerer gemeinsamer Unterricht in der Unterstufe für alle Schülerinnen und Schüler.
Heberer sieht in der Aktionswoche vom 30.11. – 04.12. in der es auch eine Großdemonstration in Mannheim geben wird, die am 4.12. um 11 Uhr auf dem Paradeplatz beginnt und in einer Kundgebung auf dem Marktplatz um 12 Uhr ihren Höhepunkt findet, die berechtigte Forderung von Studierenden und Schülerinnen und Schülern nach einem offenen und gerechten Bildungssystem, das den Anforderungen in einer moderne Wissensgesellschaft gerecht wird.
SPD-Landtagsfraktion ist gegen die Einführung der Pkw-Maut
Die Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer spricht sich gegen die von CDU-Fraktionschef Mappus ins Spiel gebrachte Pkw-Maut aus. „Diese würde vor allem die Pendler unverhältnismäßig stark belasten“, so Heberer. „Und davon sind auch gerade die Menschen in der Metropolregion überproportional betroffen, da es hier viele Berufstätige gibt, die für ihren täglichen Weg zur Arbeit auf das Auto angewiesen sind.“
Als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnete Heberer die Rechnung, wonach eine neu eingeführte Pkw-Maut die bisherige Kfz- und Mineralölsteuer ersetzen soll. Durch die Kfz- und Mineralölsteuer werden derzeit vom Staat rund 50 Milliarden eingenommen. „Es ist zumindest sehr fragwürdig, ob die Pkw-Maut ebenfalls einen solchen Betrag einbringen könne, zumal damit zu rechnen sei, dass mindestens 10 Prozent der neuen Einnahmen zur Finanzierung der neu entstehenden Bürokratie verbraucht werden“, gab Heberer weiter zu bedenken.
Die Mannheimer Landtagsabgeordnete Helen Heberer und die gesamte SPD-Landtagsfraktion haben sich entschieden mit den aktuell protestierenden Studenten an den deutschen Hochschulen solidarisiert.
Wie dramatisch die Situation an den Universitäten und Hochschulen trotz aller gegenteiliger Behauptungen der Landesregierung inzwischen sei, zeige sich unter anderem daran, dass der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten Professor Liebig, Hörsaalbesetzungen inzwischen „in Ordnung“ finde.
Die dramatische Unterfinanzierung der Hochschulen, soviel steht fest, beruhe auf den beiden bestehenden Solidarpakten der Hochschulrektoren mit der Landesregierung. „Vor diesem Hintergrund und mit Blick bestehenden finanziellen Missstände betrachtend, ist es vollkommen unverständlich, dass die Landesregierung dennoch versucht, im Haushaltsentwurf 2010/11 weitere Kürzungen im Hochschulbereich durchzusetzen“, so Heberer.
Die SPD-Landtagsfraktion hat in einer neuen Großen Anfrage zur „aktuellen Situation der Studierenden an unseren Hochschulen und im Vorfeld des doppelten Abiturjahrgangs im Jahr 2012“ erneut die Forderung nach der Abschaffung der Studiengebühren gestellt. Weiter wird in der Anfrage kritisiert, dass viele Hochschulen aufgrund ihrer katastrophalen Finanzlage, zunehmend auch Studiengebühren für die Grundfinanzierung zu verwenden – auch wenn die Landesregierung noch vor der Einführung der Studiengebühren sich dazu verpflichtet hat, für die Grundversorgung aufzukommen und Studiengebühren nur für die „Verbesserung der Lehre“ einzusetzen.
Fundamentalkritik übt die SPD-Landtagsfraktion auch am Bachelorstudium. In seiner jetzigen Form habe das Studium damit seinen wissenschaftlichen Charakter fast vollständig eingebüßt. „Der Bologna-Prozess hat auch für die Mannheimer Und Heidelberger Studierenden keine Verbesserungen gebracht“, stellte Heberer, die unter anderem kritisiert und bedauert, dass vielen Studierenden in ihrem straff durchorganisierten Bachelorstudium keine Zeit für Auslandsaufenthalte bleibe.
Heberer befürchtet außerdem, dass der doppelte Abi-Jahrgang 2012 dazu führen wird, dass die Zulassungen an den Hochschulen weiter begrenzt werden. „Schon jetzt wird deutlich, dass es nicht möglich sein wird, die Studierenden-Ströme so zu lenken, wie die Landesregierung sich das bisher vorstellt.“
Als weitere und ebenfalls zentrale Forderung fordert die SPD in ihrer Großen Anfrage die Wiedereinführung einer Verfassten Studierendenschaft. „Nur so können die Studierenden ihre Interessen an den Hochschulen und auch gegenüber der Landesregierung angemessen und auf Augenhöhe vertreten“, ist sich Heberer sicher.
Angesichts der vielfältigen Probleme und der zahlreichen Baustellen im Hochschulbereich hofft Heberer, dass die aktuellen Proteste die Landesregierung wachschütteln und endlich zum Umdenken bewegen.
- Große Anfrage der Fraktion der SPD - 16.11.2009 - Drs 14/5439