Parteitag: Castellucci behauptet sich als Vize
Südwest-SPD neu sortiert
Mannheim. Die Rhein-Neckar-Region ist mit sechs Köpfen im neuen Vorstand der SPD Baden-Württemberg vertreten. Der Wieslocher Lars Castellucci (Bild) wurde als stellvertretender Landesvorsitzender bestätigt. Der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Lothar Binding, die Mannheimer Landtagsabgeordnete Helen Heberer und der Mannheimer Petar Drakul behaupteten sich als Beisitzer. Erstmals in das Gremium kamen die Mannheimer Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer und die Weinheimerin Stella Kirgiane-Efremidis.
Der Schwetzinger Stefan Rebmann verlor sein Amt als Beisitzer. Der von Mannheim nach Karlsruhe übergesiedelte Landtagsabgeordnete Frank Mentrup fiel bei der Beisitzer-Wahl durch. Zuvor hatte er bei einer internen Abstimmung der nordbadischen SPD im Kampf um die Nominierung zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gegen Castellucci keine Chance. jor
Mannheimer Morgen
30. November 2009
Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer wehrt sich gegen die geplante Auflösung der reibungslos funktionierenden Zusammenarbeit der Mannheimer Arbeitsgemeinschaft zwischen Sozialamt und Arbeitsagentur, wie dies derzeit der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorsieht.
„Hier in Mannheim wurden gut funktionierende neue Strukturen geschaffen, die Ar¬beitssuchende deutlich besser als bisher unterstützen können – eine solch gelun¬gene Reform wieder rückgängig machen zu wollen, ignoriert belegbare Erfolge und missachtet die Arbeit hoch engagierter und qualifizierter Mitarbeiter!“, so Heberer.
Mit dem Jobcenter wurde eine Behörde geschaffen, in der alle Fäden zusammenlaufen und durch die Langzeitarbeitslose und Geringverdiener in allen Fragen aus einer Hand betreut und beraten werden können.
Die Erfolge dieser neu geschaffenen Behörde sind in Baden-Württemberg vorbildhaft und haben spürbar dazu beigetragen, dass die Jugendarbeitslosigkeit massiv zurückgegangen ist und auch viele Langzeitarbeitslose wieder in reguläre Beschäftigungsverhältnisse gekommen sind.
Heberer sieht keinen Grund, warum ein erfolgreich eingeschlagener Weg nun wieder verlassen werden soll, „wenn schon jetzt absehbar ist, dass am Ende die Arbeit in Mannheim weniger effektiv, bürokratischer und zum Schluss auch viel teurer wird“.
Zu diesem Thema führte Heberer bereits im Sommer Gespräche mit dem neuen Geschäftsführer der Mannheimer Arbeitsagentur Rolf Schuhmacher, bei welchen sie für eine enge Zusammenarbeit und Koordination zwischen Politik und Verwaltung plädierte. „Nur so besteht eine Chance, die für unsere Stadt so wichtige Zusammenarbeit fortzusetzen, so Heberer.
Ehrung: Sportpark-Kubus für Anne Möllinger, Verena Sailer und Filip Adamski / Bozo-Krog-Preis zum dritten Mal an Elisabeth Seitz
Spitzenleistung durch enge Zusammenarbeit
Von unserer Mitarbeiterin Sibylle Dornseiff
Mannheim. "Einfach machen" - das war vor zehn Jahren die Devise der im Pfeifferswörth und am Neckarplatt ansässigen Vereine, den Sportpark-Gedanken doch am Leben zu halten, als er in den Vorbereitungen zum 400-jährigen Stadtjubiläum unterzugehen drohte. Mit großer Eigeninitiative machte die Interessengemeinschaft der Clubs aus der Idee auch Realität, es siedelten sich "Neue" an, als der damalige Sportbürgermeister Peter Kurz die Initialzündung gab, frei werdendes Gelände nur dem Sport zu gegeben.
So hat nun auch der 1. Mannheimer Judoclub im Pfeifferswörth eine Heimat, stehen die Fechter des TSV 1864 sowie vom MFC in Wartestellung und haben Jogger längst von den neu ausgeschilderten Laufwegen rechts und links des Neckars Besitz ergriffen.
"Machen und Verbinden" war denn auch das Motto des zweiten Sportpark-Sonntags im Sportomed Reha, bei dem sich die nunmehr 16 Vereine aber keineswegs selbst feierten, sondern die in den Mittelpunkt stellten, für die sie sich so ins Zeug legen. "Sportler des Parks haben bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften Medaillen erkämpft; Bundesligamannschaften aus dem LZ der Turnerinnen, vom Tennisclub Grün-Weiss und vom Mannheimer Hockeyclub gehören zu uns", hob Sprecher Jochen Meißner hervor.
"Am Beispiel Sportpark kann man sehen, dass eine gute Zusammenarbeit die Bedingungen für herausragende Leistungen bietet", lobte auch Moderator Professor Dr. Dietmar von Hoyningen-Huene die Interessengemeinschaft, bevor er "die weise Entscheidung" der Jury verkündete, den Sportpark-Kubus gleich an drei Athleten zu vergeben: an Anne Möllinger (kleines Bild, links) und Verena Sailer (kleines Bild, rechts, beide MTG), die bei der Leichtathletik-WM in Berlin mit der 4 x 100 -Meter-Staffel Bronze gewannen sowie an Ruderweltmeister Filip Adamski (MRG Baden).
Innenstadt
Jan Wenzel bei "look and listen"
Zur sechsten Folge des Veranstaltungsreigens "look and listen" erwartet die Freie Kunstakademie Mannheim am Dienstag, 24. November, den Künstler Jan Wenzel. Der gebürtige Leipziger ist bekanntgeworden durch seine Automatenfotografie. Zunächst ließ er sich von öffentlichen Passbildautomaten ablichten. Dann baute er selbst Fotoautomaten und holte sowohl Personen als auch Gegenstände vor diese starre Kamera. Diese bewegen sich, so dass mit vier hintereinander geschossenen Bildern eine Inszenierung entsteht. Jan Wenzel stellt diese Technik in einem Vortag über Fotoautomaten und die Kunst, neue Gebrauchsanweisungen zu erfinden, vor. Beginn ist um 18.30 Uhr in den Räumen der Kunstakademie im Herschelbad, U 3, 1. Die Veranstaltungsreihe steht unter der Schirmherrschaft der SPD-Landtagsabgeordneten Helen Heberer. kur
Mannheimer Morgen
20. November 2009
Nationaltheater: Schnawwl-Modellprojekt für die Landesstiftung abgeschlossen
Wo ganz kleine Kinder kreativ sein können
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
Die Bedenken waren groß, riesengroß. Theater mit zwei- oder dreijährigen Kindern - viele ihrer Kollegen ebenso wie Erzieherinnen glaubten nicht, dass das überhaupt geht, erinnert sich Schnawwl-Direktorin Andrea Gronemeyer. Aber es geht doch, wie das Kinder- und Jugendtheater des Nationaltheaters mit sieben Mannheimer Kinderhäusern für ein Modellprojekt für die "Stiftung Kinderland Baden-Württemberg" bewies. Gestern wurde es vorgestellt.
Einmal ist es nur ein Kochlöffel, der die Hauptrolle spielt. "Lotta" heißt er, hat ein buntes Kleidchen an, zieht es aber aus. Nur mit diesem Requisit stellen die Kinder imaginären Kartoffelbrei her, weil sie sich Kartoffeln wie den großen Topf einfach vorstellen. Waschen, schnippeln, salzen, kochen und stampfen - das können sie wunderbar, so als gäbe es die Kartoffeln wirklich.