Jugendherberge: Investitionen von 12,3 Millionen Euro
Mehr als Schlafsack und Hagebuttentee
Von unserem Redaktionsmitglied Katrin Filthaus
Seit 30 Jahren plante der Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), die Herberge in Mannheim zu erweitern und zu sanieren. Gestern war es dann so weit: Mit einem Spatenstich wurden die 12,3 Millionen Euro teuren Bauarbeiten von Frieder Kiefer, dem stellvertretenden Vorsitzenden des DJH Landesverbandes, eröffnet. An seiner Seite stießen Regierungspräsident Dr. Rudolf Kühner, Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz, die Landtagsabgeordnete Helen Heberer und der verantwortliche Architekt Mario Boser die Spaten auf ein "gutes Gelingen" in die Erde. Als ein "wichtiges, fast denkwürdiges Ereignis", bezeichnete Kiefer den Spatenstich und dankte für die Unterstützung der Stadt, die der Jugendherberge (Juhe) das Grundstück zum "günstigen Erbbauzins" überlässt. Weitere Unterstützung sei wichtig, betonte er: "Die Pavillon-Erneuerung für 800 000 Euro mussten wir zurückstellen, weil unsere Kassen leer sind." Der Stadt Mannheim ginge es ja nicht anders, "aber", so wandte er sich an OB und Stadträte, "vielleicht können zwei, die wenig haben, zusammenlegen?" Das konnte der Oberbürgermeister nicht zusagen, er betonte aber die Wichtigkeit dieses "lang erwarteten" Tages für die Stadt Mannheim. Das zeige die Anwesenheit von Vertretern aller Gemeinderatsfraktionen.
Eröffnung: Drei laute Böller der Salutschützenabteilung der Schützengesellschaft 1744 geben Startschuss für die Kerwe
Freude über "großes Interesse"
Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Jansch
Im vergangenen Jahr hatte man sie vermisst, um so größer war die Freude, dass die Kerwe 2009 wieder von der Salutschützenabteilung der Schützengesellschaft 1744 eröffnet wurde, und manch ein Schütze konnte es kaum abwarten, endlich die drei Bollerschüsse abzugeben, bei denen sich die versammelten Eröffnungsgäste immer die Ohren zuhalten müssen. Der Qualm und der beißende Geruch vom Schießpulver, das gehört einfach zu einer Eröffnung dazu. Schließlich wird hier eine Tradition gepflegt, die weit über das MVV-Straßenfest 1997 zurückreicht.
Darüber, die wievielte Kerwe es seit der Wiedereröffnung der Hauptstraße denn nun tatsächlich ist, sind sich die Kerwevereinsvorsitzende Doris Kirsch und der Bürgergemeinschaftsvorsitzende Karlheinz Steiner nach wie vor nicht so ganz einig. Zählt man das MVV-Fest, das ja Initialzündung war, mit, ist es die 13. Kerwe. Der Kerweverein selbst schreibt sich aber nur zwölf Kerwen auf die Fahne, weil ja das erste Straßenfest, so die Argumentation, streng genommen noch gar keine richtige Kerwe-Veranstaltung gewesen sei.
Rheinau: Zweites Kerwe-Schlachtfest beim MGV 1896
Um 12 kommen sie auf einen Schlag
Von unserem Redaktionsmitglied Konstantin Groß
Es gibt nicht viele Vereinsveranstaltungen auf der Rheinau, bei denen der Saal, obwohl bereits einer der größten im Vorort, brechend voll besetzt ist; bei denen sich Freunde verabreden müssen, dass derjenige, der zuerst vor Ort ist, dem anderen einen Platz freihält und bei denen man dann doch seinen Stuhl ans Tisch-Ende in den Gang zwängen muss, um noch einen Platz zu haben.
Arbeitsministerium stellt keine Verlängerung der Härtefallregelung in Aussicht
Die SPD-Landtagsabgeordnete Helen Heberer befürchtet, dass durch den Wegfall der Härtefallregelung, durch die Mannheim in den Jahren 2008 und 2009 ein erhöhte Zahlung aus dem Kontingent des Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten hatte, Förderungsprogramme für arbeitslose Menschen und marktbenachteiligte Jugendliche in Mannheim nicht in ihrer bisherigen Form weitergeführt werden können.
Heberer hatte in einem Schreiben an Arbeitsministerin Dr. Monika Stolz MdL um eine Ausdehnung der Härtefallregelung bis zum Jahr 2013 geworben, da damit die Weiterführung dieser Programme in ihrer bisherigen Form gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise gewährleistet wäre.
Die Mannheimer SPD-Landtagsabgeordnete hat den Mannheimer Studierenden, Schülerinnen und Schüler ihre volle Unterstützung und Solidarität für den anstehen¬den Bildungsstreik zugesichert.
Heberer machte klar, dass viele der Forderungen des Bildungsstreiks sich mit den Positionen der SPD-Landtagsfraktion decken.
So engagiert sich Heberer und ihre Fraktion seit Einführung der Studiengebühren für deren Abschaffung und kritisiert das eingeführte Bachelor-/Mastersystem in seiner jetzigen Form, auch für die verfasste Studierendenschaft hat sie sich von Anbeginn ihrer Landtagstätigkeit an eingesetzt.
Weitere lang anstehende Forderungen der SPD sind darüber hinaus die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und längerer gemeinsamer Unterricht in der Unterstufe für alle Schülerinnen und Schüler.
Heberer sieht in der Aktionswoche vom 30.11. – 04.12. in der es auch eine Großdemonstration in Mannheim geben wird, die am 4.12. um 11 Uhr auf dem Paradeplatz beginnt und in einer Kundgebung auf dem Marktplatz um 12 Uhr ihren Höhepunkt findet, die berechtigte Forderung von Studierenden und Schülerinnen und Schülern nach einem offenen und gerechten Bildungssystem, das den Anforderungen in einer moderne Wissensgesellschaft gerecht wird.