Als einen weiteren Durchbruch für die Musikstadt Mannheim bezeichnet die kulturpolitische Sprecherin im Landtag Helen Heberer MdL die Einrichtung eines Bachelor- Studiengangs für Weltmusik.
„Damit ist für Mannheim im Rahmen der Neustrukturierung der Musikhochschulen in Baden-Württemberg ein großer Wurf gelungen“ so Heberer „denn vor fast zwei Jahren sahen die Perspektiven noch ganz anders aus.“
„Wenn Ende dieses Jahres ein neues Zentrum für Weltmusik in Mannheim eröffnet wird, dann ist mit diesem Musikalischen Baustein unsere internationale Komponente als Unesco City of Music auch institutionell etabliert. Bereits 2009 haben wir in der Kunstkonzeption 2020 einen solchen in die Zukunft gerichteten transkulturellen Studienzweig gefordert – umso mehr ist es richtig, dass er für ganz Baden-Württemberg hier eingerichtet wird – das passt einfach“
Die Pläne von Land und Stadt sehen vor, das Zentrum für Weltmusik als Bachelor-Fachrichtung des Studiengangs Populäre Musik/Popmusikdesign an der Popakademie zu etablieren. Der in Deutschland dann einzigartige Studienzweig sieht die Integration dreier Instrumente aus dem türkisch-arabischen Raum vor. Der Studiengang soll in Kooperation mit der Orientalischen Musikakademie Mannheim unterrichtet werden.
Die Kosten für die Einrichtung des neuen Studiengangs trägt das Land. Die Stadt Mannheim wird ihren derzeitigen Gesellschafterbeitrag für die Popakademie bis 2017 in zwei Stufen um insgesamt 100.000 Euro auf dann 625.000 Euro jährlich ab 2017 erhöhen.
Seckenheim: Gemeinsame Winterfeier von AWO, SPD und Naturfreunden / Kommunale Themen beleuchtet
Zu ihrer gemeinsamen Winterfeier hatten die Seckenheimer AWO, SPD und Naturfreunde wieder ins Vereinshaus geladen. In dem mit Primeln in leuchtenden Farben frühlingshaft geschmückten Lore-Marzenell-Saal durften die SPD-Vorsitzende Evi Korta-Petry sowie AWO-Vorsitzender Fritz Deininger erneut eine Reihe gutgelaunter Mitglieder der drei Seckenheimer Vereine begrüßen.
Bevor Evi Korta-Petry die Gäste einlud, sich am reich bestückten Kuchenbuffet zu bedienen, erinnerte sie daran, dass es diese gemeinsame Winterfeier bestimmt schon 30 Jahre gebe, und dass sie seinerzeit von Otto Bauder ins Leben gerufen worden sei. Traditionell ging die SPD-Vorsitzende auch kurz auf die Themen ein, die ihre Partei in Seckenheim dieses Jahr bewegten.
So stünden u.a. die Planungen für das Neubaugebiet auf dem Gelände der Hammond-Kasernen, der Umbau der Seckenheimer Hauptstraße und Planken und natürlich die im Juni anstehe Wahl des Oberbürgermeisters auf der Agenda, außerdem ganz aktuell die Verhinderung des Wettbüros in der ehemaligen Brücken-Apotheke.
Die Landtagsabgeordnete Helen Heberer, die auch dieses Mal den bunten Blumenschmuck für die Veranstaltung gespendet hatte, berichtete aus dem Stuttgarter Parlament und aus dem Mannheimer Gemeinderat. So hätten etwa 12 000 Menschen, unter dem erschütternden Eindruck des Terroranschlages in Paris, in Mannheim an einer Demonstration teilgenommen und so ein überaus deutlichen Zeichen für die Meinungsfreiheit gesetzt. Ebenso deutlich bekenne sich Mannheim gegen Fremdenfeindlichkeit und für die Aufnahme von Flüchtlingen.
Mit der Einrichtung eines "Hauses des Jugendrechtes", das straffällige Jugendlichen berät und betreut, erhoffe man sich einen Rückgang der Jugendkriminalität. Die Mannheimer Hochschulen, insbesondere die im letzten Jahr vor massiven Kürzungen stehende Musikhochschule, dürften sich 2015 auf erhöhte Landeszuschüsse freuen.
Für ein feines Unterhaltungsprogramm sorgte im Anschluss Brigitte Smolka, die "ihr Gosch a mool richdisch Mannemerisch babble" ließ. Die "Neckarbote-Singers" glänzten mit vielen Evergreens aus ihrem Repertoire, Marie Eck gab humorvoll zum Besten, was der kleine Thorsten in seinem ersten Bayern-Urlaub sprachlich so alles erlebte, und zu welchen urkomischen Formulierungen eine blöde Angewohnheit des Bürgermeisters von Neidheimlingen führen kann.
Wieder einmal bestens unterhalten, ließen die Gäste den Nachmittag bei gemeinsamen Gesprächen ausklingen. Unter den Gästen waren auch der SPD-Bezirksbeirat und SV-Vorsitzende Ralph Waibel sowie die Vorstandsmitglieder der Seckenheimer IG, Jürgen Zink und Willi Pint.
© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 04.02.2015
Musik: Kurpfälzisches Kammerorchester tritt auf
Als Pfarrerin Anne Ressel das Ergebnis der Spendensammlung nach dem letzten Benefizkonzert für die Vesperkirche nennt, richtet sie zunächst ein großes Lob an die rund 300 Zuhörer: "Sie sind wunderbar!" Der Betrag beläuft sich auf genau 2158,70 Euro. Nach einer kurzen Atempause fragt sie aber doch, ob das klassisch-romantische Programm des Kurpfälzischen Kammerorchesters (KKO) und die passend darauf abgestellte Lesung der Landtagsabgeordneten Helen Heberer (SPD) wohl noch einen Nachschlag verdiene, ob durchschnittlich sieben Euro pro Kopf tatsächlich ein angemessener Dank dafür seien.
Alljährlich unterstützt das KKO die soziale Arbeit der Vesperkirche. Unter der Leitung seines Chefdirigenten Johannes Schlaefli kombiniert es dieses Mal das federnd interpretierte Divertimento KV 136 von Mozart mit dem hoch virtuosen Cellokonzert op. 101 von Haydn, und zwar in der halsbrecherischen Bearbeitung für den Kontrabass, den langen Lulatsch unter den Streichinstrumenten. Der Mannheimer Musikhochschul-Professor Petru Iuga unternimmt mit dem für die Tiefenregionen zuständigen Brummbass ungeahnte Klettertouren in die Höhe und Geschwindigkeitsläufe.
Helen Heberer fügt Mozarts Divertimento den vielsagenden Brief des Komponisten vom 29. November 1777 bei. Darin erfährt der Vater Leopold Mozart, wie sich sein Sohn am Hof des Mannheimer Kurfürsten um einen Posten bewirbt und immer wieder hingehalten wird. Als Lektüre zum Konzert von Haydn ist der Anstellungsvertrag ausersehen, der dem frisch gebackenen Vizekapellmeister am Fürstenhaus Esterhazy eine happige Pflichten-Liste in despotischem Beamtendeutsch auferlegt. Goethe steuert ein kleines Liebesgedicht an die Musik unter dem Titel "Aussöhnung" bei.
Das Ende des Konzerts bestimmt ein "Werk zum Träumen und Dankbarsein"; so beschreibt Dirigent Johannes Schlaefli die elegische "Kleine Suite" von Carl Nielsen. Als Zugabe folgt schließlich der süffige Walzer aus Tschaikowskys Streicher-Serenade. ML
© Mannheimer Morgen, Montag, 02.02.2015
Freundeskreis stößt zahlreiche Projekte an / Wolfgang-Wacker-Preis an die „Stimmen des Sternentheaters“ Karin Schroeder und Peter Rühring
Drei Monate lang wird das Planetarium in diesem Sommer schließen - voraussichtlich in den Monaten Juli, August und September. Dies kündigte der Direktor des Sternentheaters, Dr. Christian Theis, beim Neujahrsempfang des Freundeskreises des Planetariums an. Wie bereits berichtet, wird in dieser Zeit die neue, an die drei Millionen Euro teure digitale Vollkuppel-Projektionstechnik eingebaut - "wir brauchen das, um zur zweidimensionalen Projektion des Sternhimmels auch die dritte Dimension ins Haus zu holen", erklärte Theis die Vorzüge der neuen Technik, die den 2002 eingebauten Zeiss-Universariumsprojektor ergänzen soll.
Zusätzlich wird an der Südseite des künstlichen Sternhimmels unter der Kuppel eine kleine Bühne für Veranstaltungen ein- und die Bestuhlung entsprechend umgebaut werden. Damit wird das Planetarium zwar "nur" noch etwas mehr als 200 Sitzplätze haben, wegen der auf den südlichen Himmel konzentrierten Projektionstechnik werden aber faktisch zumeist nur rund 170 der tatsächlich vorhandenen 277 Dreh-Lehnsessel genutzt.
Ehrlich gerührt und mit großer Freude reagierten die Schauspieler Karin Schroeder und Peter Rühring, die in diesem Jahr den Wolfgang-Wacker-Preis des Freundeskreises erhielten. Drei Jahrzehnte lang wirkten die beiden beliebten Schauspieler, die in den 1970er und 1980er Jahren dem Nationaltheater-Ensemble angehörten, als Sprecher für die Planetariumsprogramme und wuchsen den Mannheimern, wie es der Laudator und Preisträger des Vorjahres, Pfarrer Norbert Dietel, ausdrückte, als die "Stimmen des Sternentheaters" ans Herz. Bislang rund drei Millionen Besucher folgten ihren Stimmen bei Erklärungen der komplizierten Himmelsmechanik und Beschreibungen der grandiosen Schönheit des Universums.
Der Vorsitzende des Freundeskreises, Dr. Wolfgang Wacker, sowie seine Vorstandskollegen Roswitha Henz-Best, Gunter Schulz und Landtagsabgeordnete Helen Heberer (SPD) berichteten aus der Arbeit des Vereins, der nicht nur zu den mitgliederstärksten Vereinen in der Stadt gehört, sondern immer wieder mit vielfältigen und für ganz Mannheim bereichernden Projekten von sich reden machte. Gut 500 Mitglieder, so Henz-Best in ihrem Rechenschaftsbericht, zählen sich derzeit zu dem Freundeskreis.
Die Sternenfreunde, wie Heberer erläuterte, sind dabei eine der treibenden Kräfte des bürgerschaftlichen Aktionsbündnisses zum Erhalt der alten Sternwarte, deren Außensanierung jetzt mit Hilfe von Geldern aus Landes- und Bundesstiftungen, von der Stadt Mannheim sowie von Mannheimer Spendern abgeschlossen werden konnte. Nun gehe es, so die Landespolitikerin, darum, mit zusätzlichen Spenden auch das Innere des Barock-Turms sorgfältig wieder in Stand zu setzen.
Ein weiteres "Großprojekt" des Freundeskreises des Planetariums erläuterte Gunter Schulz. Die Planetenallee in der Augustaanlage sei von der planerischen Seite praktisch fertig vorbereitet, nachdem inzwischen ein sehr gutes Einvernehmen mit den städtischen Behörden hergestellt werden konnte. Mit den Bauarbeiten für den astronomischen Lehrpfad könnte demnach noch in diesem Jahr begonnen werden. Bis Sommer 2016 soll alles fertig sein und die auch digital abrufbaren Markierungen für die Körper des Sonnensystems im Boden der neuangelegten Augustaanlage eingelassen worden sein.
© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 28.01.2015
Rhein-Neckar. Zwei Projekte in der Metropolregion Rhein-Neckar haben die Chance, Fördergelder von jeweils bis zu fünf Millionen Euro zu bekommen. Das teilten gestern die baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Stefan Fulst-Blei (SPD), Helen Heberer (SPD) und Wolfgang Raufelder (Grüne) mit.
Demnach wurden das Projekt "Business Development Center Medizintechnologie" mit der Stadt Mannheim als Träger und das Projekt "Business Development Center Organische Elektronik" mit dem Technologiepark Heidelberg als Trägerin beim Landeswettbewerb "Regio Win" ausgewählt. Damit können beide Initiativen einen Förderantrag für Mittel der Europäischen Union stellen. Die Förderung beträgt jeweils zwischen 100 000 Euro und fünf Millionen Euro. mig
Samstag, 24.01.2015