Stuttgart. Das Land Baden-Württemberg soll nach Vorlage der vom Landesmusikverband (LMV) angestrengten Expertise sowie nach Vorlage konkreter, begründeter und zwischen den Verbänden abgestimmter Planungen zu den beiden Investitionsvorhaben im Bereich der Amateurmusik in Plochingen und Staufen Gespräche mit dem LMV, dem Blasmusikverband Baden-Württemberg und dem Bund Deutscher Blasmusikverbände über eine mögliche finanzielle Unterstützung der angedachten Investitionsvorhaben führen. Einen entsprechenden Änderungsantrag der Fraktionen Grüne und SPD beschloss der Ausschuss für Wissenschaft, Forschung und Kunst am Donnerstag, 21. Januar 2016, einstimmig. Dies teilte die Vorsitzende des Gremiums, die SPD-Abgeordnete Helen Heberer, am Freitag, 22. Januar 2016, mit.
Nach Angaben Heberers stimmte der Ausschuss außerdem dafür, dass die baden-württembergischen Blasmusikverbände bei der Weiterentwicklung ihrer Jugendarbeit tatkräftig unterstützt werden sollen. Über die veranlassten Schritte solle die Landesregierung dem Landtag bis zum 30. September 2016 berichten.
Verabschiedung: Herbert Bangert, Persönlicher Referent der beiden Oberbürgermeister Widder und Kurz, geht in Ruhestand
Freude über die langjährige Zusammenarbeit, gleichzeitig Wehmut, dass er nun geht: Diese Gefühlswelten haben die Verabschiedung von Herbert Bangert in den Ruhestand gestern im Mafinex-Technologiezentrum geprägt. 26 Jahre lang gestaltete er als Persönlicher Referent der Oberbürgermeister Gerhard Widder und Peter Kurz ein Stück Mannheimer Stadtgeschichte mit.
Bangert sei ein Glücksfall und die rechte Hand des Oberbürgermeisters gewesen, die aber auch weiß, was die linke tut, sagte Gerhard Widder. "Ich verdanke ihm, dass die Zahl meiner Fehler überschaubar geblieben ist." Beide Oberbürgermeister hoben seine Loyalität, Erfahrung und Kompetenz hervor. "Ihr Verständnis war immer, die Oberbürgermeister glänzen zu lassen", lobte Gitta Süß-Slania, die Vorsitzende des Gesamtpersonalrats.
4128 Reden und Stichworte (ohne die Etatreden), aufbewahrt in 72 Ordnern - auch diese Zahlen gehören zur Bilanz von Herbert Bangert, der als Persönlicher Referent in 26 Jahren kein Fehltag gehabt habe, wie er erzählte. Bangert gab zu, dass seine Gefühlslage derzeit ambivalent sei: Den Schalter habe ich schon umgelegt, aber der Motor läuft noch nach." Bangert, dem Kurz ein Wasserturm-Foto von Robert Häusser überreichte, brachte auch etwas Tolles aus seiner Heimatgemeinde Laudenbach mit: Die zauberhaften jungen Violinistinnen Amira und Mariam Abou-Zahra sowie Nóra Emödy am Klavier begeisterten die Gäste - mal mit freudig, mal mit wehmütig klingenden Stücken.
Von Redaktionsmitglied Stefan Proetel
© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 21.01.2016
Die Landtagsabgeordneten Helen Heberer (SPD), Stefan Fulst-Blei (SPD) und Wolfgang Raufelder (Grüne) gratulieren der „Schlagzeugmafia“ aus Mannheim zum baden-württembergischen Kleinkunstpreis. An dem Wettbewerb hatten sich 44 Künstler beteiligt. Unter den Kleinkunstpreisen in Deutschland genießt die Auszeichnung einen Sonderstatus, weil sie seit 30 Jahren als einzige von einer Landesregierung als Staatspreis ausgelobt wird. Ausgezeichnet wurden neben der Mannheimer „ Schlagzeugmafia“, das Comedy-Duo „Das Lumpenpack“ aus Stuttgart sowie der Liedermacher Matthias Weiss aus Schorndorf.
„Beat-Entertainment“ nennt die Schlagzeugmafia aus Mannheim ihre virtuose Perkussion. Fünf ehemalige Studenten von Prof. Udo Dahmen an der Popakademie (Ben Jost, Felix Heinicke, Joachim Förster, Lorenz Schimpf und Jonathan König) durchbrechen die Rhythmik ihrer Drumms mit humorvollen pantomimischen Szenen. Voller Körpereinsatz gepaart mit perfekt gesetzter Lichtregie und professioneller Choreografie schaffe echte Showatmosphäre, urteilt die Jury und vergibt einen Förderpreis für dieses ungewöhnliche, frische Kleinkunstformat.
„Unsere fünf studierten Schlagzeuger zeigen immer Humor und volle Präsenz, und dabei präzises Können, deshalb verdienen sie den Preis“ so die kulturpolitische Sprecherin Helen Heberer, „Es ist wichtig, dass die Vielfalt der Kleinkunstszene gefördert wird. Dieser Preis trägt dazu im Südwesten bei“ ergänzen Fulst-Blei und Raufelder.
Dabei betonen die Abgeordneten, dass der Kleinkunstpreis Baden-Württemberg für neue ungewöhnliche Formate, verblüffende Performances und unerschöpfliches Potential steht – und sind begeistert, dass Mannheim dabei ist.
Die Kleinkunstpreise werden zu gleichen Teilen vom Land Baden-Württemberg und Lotto-Baden-Württemberg getragen und am 19. April im Theaterhaus Stuttgart überreicht. „ Der Preis ist über die Jahre zu einem echten Gütesiegel geworden, “ betont Marion Caspers-Merk, die Chefin der Landeslotteriegesellschaft.
„Nochmal Glückwunsch an die Künstler“ – so die drei Abgeordneten.
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Geburtstag: Stadträtin und Landtagsabgeordnete Helen Heberer wurde 1950 in Mannheim geboren
Von Thorsten Langscheid
Nein, dass Helen Heberer schon 65 Jahre alt wird, kann man kaum glauben. Die Stadträtin und Landtagsabgeordnete ist nach dem Motto "Erst kommt die Arbeit" seit vielen Jahren vor allem in der Kulturpolitik unterwegs und vielfach auch bürgerschaftlich engagiert - etwa bei der Sanierung der historischen Sternwarte, der Förderung des Kurpfälzischen Kammerorchesters, für den Erhalt der Musikhochschule oder im Aufsichtsrat der Popakademie.
Geboren und aufgewachsen ist Helen Heberer in den Quadraten und in der Oststadt, als Kind hat sie auf Trümmergrundstücken gespielt, beim TSV 1846 geturnt und war als Statistin im Schauspiel, Chor und Ballett des Nationaltheaters aktiv. Damals wurde sicherlich ihre Leidenschaft für die Kultur begründet, auch wenn es beruflich zunächst eher um handfeste ökonomische Fragen ging: Eine Ausbildung zur Bürokauffrau, dann zur Wirtschaftskorrespondentin wiesen zunächst weg von der Kultur.
Und das, so lässt sie keinen Zweifel, soll auch in Zukunft so bleiben. Auf eine erneute Landtagskandidatur hat sie zugunsten Jüngerer verzichtet und unterstützt für die Wahl am 13. März ihren Stadtratskollegen Boris Weirauch. Helen Heberer will die Reihe ihrer Rezitationsabende fortsetzen und sich ab kommendem Frühjahr auch als dann ehemalige Landtagsabgeordnete vor allem in der Förderung von kultureller und interkultureller Bildungsarbeit engagieren.
Zum Beispiel bei Theaterprojekten mit Jugendlichen. Denn "Kunst und Kultur sind eine gesellschaftliche Klammer, die immer notwendiger wird", so ihre Überzeugung: "Sie sind eine integrierende Kraft - und oft der einzige Weg, um die Entstehung von Parallelgesellschaften zu verhindern."
© Mannheimer Morgen, Montag, 28.12.2015
Wolfgang Raufelder (Grüne), Stefan Fulst-Blei, Helen Heberer (beide SPD): „ 5 Mannheimer Projekte überzeugten die Jury und erhalten insgesamt über 100.000 Euro Fördergelder"
Am Montag gab Staatssekretär Jürgen Walter die Gewinner der beiden Förderlinien „Interkultur“ und „Kulturprojekte zur Integration und Partizipation von Flüchtlingen“ im Innovationsfonds im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Unter den 128 Anträgen wurden 30 ausgewählt, die nun mit über einer halben Million Euro gefördert werden. Gegen die anderen Bewerber setzten sich gleich fünf Mannheimer Projekte durch und erhalten gemeinsam über 100.000 Euro aus dem Fördertopf.
„Grün-Rot stellt sich der gesellschaftlichen Herausforderung durch Zuwanderung und fördert auch in den Bereichen Kunst und Kultur den reflektierten Umgang miteinander und das respektvolle Aufeinanderzugehen“, so Fulst-Blei und Raufelder. "Gerade in unserer Stadt, in der wir ein breites Kulturangebot und eine Vielfalt an Kulturen haben, ist die Förderung neuer Ideen durch das Land besonders wertvoll", ergänzt die kulturpolitische Sprecherin Heberer. Die Mannheimer Landtagsabgeordneten sind sich einig: „Dieses Vielfältige Angebot in unserer Stadt macht uns stolz und passt zu Mannheim, wo Interkultur und Integration schon so lange zum Alltag gehören. Diese Offenheit und das Interesse an anderen Kulturen wird von Grün-Rot nicht nur mit Worten gewertschätzt, sondern eben auch angemessen finanziell unterstützt.“
Nachstehende Projekte erhalten Zuwendungen aus dem Innovationsfonds Kunst der Landesregierung:
Der Künstlerbund Rhein-Neckar e. V. und Zeitraumexit e.V. möchten mit ihren Projekten zum interkulturellen Dialog in der Stadt und der Region beitragen.
Drei weitere Projekte richten sich speziell an Flüchtlinge und wollen zur besseren Integration beitragen.